
Über Sheltern
Wir haben uns am 31.12.2025 getroffen und am Silvesterabend den Verein sheltern gegründet. Der Vereinseintrag ist beim Amtsgericht noch nicht eingegangen. Ziel ist es, ein Shelterangebot in Norddeutschland nach dänischem Vorbild voranzutreiben. Schnell war klar: Es ist sinnvoll, dafür einen Verein zu gründen, damit man gegenüber Stiftungen, Firmen oder anderen Partnern besser auftreten kann.
Shelter aufzustellen ist nicht ganz trivial. Themen wie Haftung müssen mitgedacht werden. Unser Ziel ist es, geeignete Locations zu finden und die Rahmenbedingungen für einen Betrieb zu schaffen. Wer einmal in einem Shelter übernachtet hat, weiß, dass es ein besonderes Erlebnis ist, draußen in der Natur zu schlafen. In den vergangenen Jahren zeigen immer mehr Podcasts und YouTube-Beiträge, dass es eine Nachfrage unter RadtouristInnen gibt. Bikepacking ist schon lange nicht mehr wenigen Verrückten vorbehalten. Warum also nicht auch in Deutschland etwas mehr DK wagen?
Es gilt also auch, Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt zu machen. Da wir selbst weniger zu den hippen InfluencerInnen gehören (und das auch gar nicht können oder wollen), werden wir sie aber sicher als MultiplikatorInnen nutzen.
Die Shelter selbst könnten über mehrere Wege finanziert werden: durch den Landbesitzer, als Spende regionaler Firmen, über Gemeinden oder Städte für einen sanften Tourismusausbau. Zusätzlich möchten wir über Patenschaften für einzelne Shelter ein Netzwerk von Menschen aufbauen, die ab und an nach den Plätzen sehen und ggf. kleine Reparaturen übernehmen.


Ebenfalls denkbar sind Spenden an den Verein sheltern, der sich dann um Kauf (auch ein Selbstbau wäre möglich) und das Aufstellen der Shelter kümmert. Im Gegenzug könnte eine kleine Gebühr für eine Übernachtung anfallen. Das alles soll möglichst unkompliziert abgewickelt werden – auch hier ist Dänemark das Vorbild.
Ich erinnere mich daran, wie ich vor einigen Jahren auf der dänischen Insel Samsö eine Party einer Jugendgruppe aus dem Ort an einem Shelter auf einem Schulgelände beobachtete. Sie nutzten den Grillplatz und feierten lautstark und skandinavisch derbe bis spät in die Nacht. Am folgenden Tag war alles aufgeräumt, der Grillplatz ausgeharkt, die Tuborgdosen entsorgt. Ich war überrascht und hatte eigentlich einen verwüsteten Platz erwartet.
Wir wollen die bereits bestehenden Strukturen in Schleswig-Holstein (z. B. Stiftungen oder Initiativen wie Wildes SH) aufnehmen. Deutschland ist deutlich dichter besiedelt als Dänemark, deshalb muss die Standortwahl genau passen, damit kein zusätzlicher Müllplatz irgendwo am Strand, in Seenähe oder im Wald entsteht. Was in Dänemark seit Jahren wunderbar klappt, muss hier erst getestet werden – die PatInnen sind dabei sicherlihc ein wichtiger Bestandteil.
Michael Degenhard